kulinarischer Klimaschutz
Klimaschutz und Klimawandel sind heutzutage in aller Munde - im doppelten Sinne des Wortes. Denn unsere täglichen Essgewohnheiten haben bedeutende Auswirkungen auf das Klima.
Erzeugung, Verarbeitung, Handel, sowie Einkauf und Zubereitung von Lebensmitteln tragen mit rund 20 Prozent zum Gesamtausstoß von CO2 bei.
Eigentlich verwunderlich, denn eine gute Küche und ein niedriger CO2-Ausstoß passen zusammen wie Tomate und Mozzarella. Denn biologische, vegetarische, regionale und saisonale Lebensmittel sind äußerst schmackhaft, gesund und zudem klimafreundlich.
biologisch
In Zeiten von Gammel-Fleisch und BSE-Krise greifen Verbraucher vermehrt zu Bio-Lebensmitteln. Sie stammen aus artgerechter Tierhaltung und gedeihen umweltschonend, ohne Gentechnik, synthetische Düngemittel oder gar den Einsatz von Pestiziden. Biologisch angebaute Produkte garantieren einen höheren Qualitätsstandard und schützen so Umwelt und Landwirtschaft. Gegenüber konventionell angebauten Lebensmitteln benötigt der Bio-Pflanzenbau nur gut die Hälfte an Energie und produziert nur dreiviertel bis halb so viel Treibhausgas.
vegetarisch
Doch auch innerhalb der biologischen Lebensmittel gilt: Fleisch oder fetthaltige Milchprodukte haben deutlich höhere Auswirkungen auf den Klimawandel als Gemüse oder Obst. Allein die Viehhaltung erzeugt weltweit 18 Prozent der Treibhausgase. Denn die Erzeugung von Futterpflanzen verbraucht fossile Energie, welche die Tiere hauptsächlich für ihren Stoffwechsel verwenden, wobei mehr als zwei Drittel der Futterenergie verloren gehen. Weiterverarbeitete tierische Lebensmittel wie Sahne, Käse oder Wurst belasten das Klima stärker als Rohprodukte wie Eier oder Milch. Aufgrund der hohen Verzehrmenge liegt ihre ernährungsbedingte CO2-Emission noch vor der von Fleisch.
regional
Importe per Flugzeug sind besonders klimaschädigend - auch bei Bio-Produkten. Mit dem Flugzeug importiertes Frischobst und Gemüse belasten das Klima etwa 80-mal mehr als Schiffstransporte und bis zu 300-mal mehr als regional erzeugtes Obst und Gemüse. Muss also der Wein wirklich aus Neuseeland kommen und das Rindfleisch aus Argentinien?
saisonal
Topinambur und Pastinake sind vielen Deutschen noch völlig unbekannt. Statt dessen sind es Ingwer und Avocados, die ganzjährig aus fernen Ländern auf unseren Tellern landen. Doch regionales Obst und Gemüse der Saison schonen das Klima, insbesondere wenn es im Freiland angebaut wird. Steigern Sie die Vorfreude auf die Saison und holen Sie sich die Erdbeeren ab Mai direkt vom Feld. Denn das Essen im Jahresablauf ist vielfältig und abwechslungsreich und bietet natürlichen Genuss. Wann in Ihrer Region welches Obst und Gemüse erhältlich ist, verraten Saisonkalender, wie dieser von Utopia.
Lebensmittel und Ernährung sind ein gutes Beispiel dafür, dass man nicht nur auf die präsenten Klimaauswirkungen durch Verkehr oder Heizen achten sollte. Wer dabei Wert auf eine gesunde Ernährung legt, kann mit Hilfe von biologischen, vegetarischen, regionalen und saisonalen Lebensmitteln den CO2-Ausstoß in diesem Bereich halbieren.
Auch viele prominente Köche überzeugt die Vereinigung von Klimaschutz und Genuss und unterstützen die Non-Profit-Organisation Slow Food. Diese hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Kultur des Essens und Trinkens zu pflegen und lebendig zu erhalten. Die Initiative fördert eine verantwortliche Landwirtschaft und Fischerei, eine artgerechte Viehzucht, das traditionelle Lebensmittelhandwerk und die Bewahrung der regionalen Geschmacksvielfalt.
Hier können Sie auf klimafreundliche Rezepte von Vincent Klink, Eckart Witzigmann, Michael Hoffmann, Kolja Kleeberg, Hans Stefan Steinheuer oder auch Alfred Biolek zugreifen:
http://www.slowfood.de/tipps__foerderer/kochrezepte/
gute vegetarische Rezepte finden Sie auch in:
- Vegetarisch kochen: Die besten Rezepte aus aller Welt. ISBN: 978-3831010271
- Unser Kochbuch: Alternativen zu Fisch und Fleisch von Alfred Biolek und Eckart Witzigmann. ISBN: 978-3937963181
- Vegetarian Basics. ISBN: 978-3774287952
eine Übersicht über vegetarische Restaurants finden Sie unter:
http://www.delivia.de/
Weitere Informationen zum Thema kulinarischer Klimaschutz finden Sie unter: http://www.bfeoe.de
Quellen:
Utopia Saisonkalender, Öko-Institute.V., Slow Food Deutschland e.V. und Foodwatch